Die Zeiten haben sich geändert...

nehmen Sie sich dafür einen Moment Zeit.

Orthopädische Hilfsmittel und deren vielfältige Möglichkeiten sind noch relativ neu und unbekannt in der Veterinärmedizin wie ich immer wieder feststelle. Doch die Zeiten und die medizinischen Möglichkeiten haben sich geändert, z.B. High-Tec im OP.  

Diagnosen an Gelenken, Knochen, Sehnen und Bändern erfordern oft eine Versorgung mit einem orthopädischen Hilfsmittel und nicht selten ist das sogar die einzige Alternative zu einer Operation.

In der Humanmedizin ist Orthopädietechnik und der Therapiekreis nicht wegzudenken.

Orthopäde und Orthopädietechnik arbeiten Hand in Hand, Physiotherapie begleitet den anschließend therapeutischen Weg. Ein nicht wegzudenkender Therapiekreis in der Humanmedizin, nur so lassen sich die besten und auch schnelle Ergebnisse erzielen. Hilfsmittel bewirken Verkürzung und Absicherung von Heilungsprozessen. Sie sind operationsunterstützend, vermeiden Komplikationen, verbessern die Lebensqualität, oft auch ohne Operation, hinterlassen keine Narbe und sind schonend.

Bei Tieren wirken Hilfsmittel ebenso wie beim Menschen.

Sehnenverkürzungen bei z.B. Radialis/Brachialis Lähmungen können vermieden werden, Kreuzbandschäden, Durchtrittigkeiten, Überköten, Gelenkfehlstellungen können bereits im Frühstadium vor schmerzhaften und fatalen arthrotischen Folgen geschützt und abgesichert werden, operationslos.

Abzuwarten bis eine operative Verplattung notwendig wird ist für mich nicht zeitgemäß, da es orthopädietechnische Lösungen gibt. Die Risiken werden größer, die Einschränkungen und die Kosten eben- so wenn nicht bei Zeiten gehandelt wird.

Beim Zahn wartet man doch auch nicht bis er völlig kaputt ist wenn nur ein kleines Loch besteht.

Bisher kam nur die übliche Komplettamputation eines Laufs in Frage, selbst wenn nur die Pfote geschädigt ist. Mit dem Einsatz einer Prothese kann das vermieden werden,   Euthanasien können abgewendet werden, gerade wenn aufgrund des Alters oder Gesundheitszustandes das Tier nicht narkose-operations- fähig ist oder der Arzt keinen Rat mehr weiß. Orthopädietechnik macht da weiter, wo herkömmliche Medizin an die Grenzen stößt.

Hilfsmittel sind reversibel, eine Operation hinterlässt immer Narben und birgt Risiken.

FAQ / Häufige Fragen

Hilfsmittel werden mit HM abgekürzt.

Bitte beachten Sie:

Es besteht eine 4-wöchige kostenfreie (bis auf das Porto) Korrekturzeit! Sollte eine Druck / Scheuerstelle oder ein sonstiges Problem auftreten.

Alle Hilfsmittel sind nach der Anpassung veränderbar und nachzupassen bei Muskelzuwachs, Muskelatrophie, Druck- und Scheuerstellen etc.

Reparaturen an Hilfsmitteln, Korrekturen, Änderungen oder Besohlungen von Orthesen und Prothesen werden von uns zu 95% auf dem Postweg erledigt.

Reparaturen an orthopädischen Hilfsmitteln, z.B. Neubesohlungen, Gurtverschlüsse, Aufpolsterungen etc. sind nicht im Handumdrehen gemacht. Sie erfordern Zeit und können nicht sofort erledigt werden.

Es ist sehr empfehlenswert ein Zweit-Hilfsmittel anfertigen zu lassen, wenn auf das Hilfsmittel nicht verzichtet werden kann.

Sie können das Hilfsmittel zur Reparatur in unserem Geschäft abgeben oder auf dem Postweg zuschicken. Wir benachrichtigen Sie nach erfolgter Reparatur.

Wie ist der Ablauf einer Anfertigung, wie oft muss ich kommen?

Terminvereinbarungen sind nur telefonisch möglich. Ein passgenaues HM erfordert einen Gipsabdruck und eine exakte Anpassung, dazu müssen Sie mit ihrem Tier zu mir kommen.

Sie haben die Wahl:

1. Expressanfertigung binnen 2 Tagen, 1x Anreisen.

 Am ersten Tag wird der Gipsabdruck genommen, am zweiten Tag ist die Anpassung und die Fertigstellung des Hilfsmittels. 

 Bei einer Anfertigung von 2 Hilfsmitteln sind 3 Tage notwendig.

 Expressaufschlag einfach 160,00€,  bei einer zweiten oder Doppel – Anfertigung  zzgl. 80,00€

2. Normaltermin: Fertigung binnen 10-14 Tagen, 2x Anreisen

 

Sind Hilfsmittel prophylaktisch einsetzbar und kostensparend?

Ja, definitiv. HM sind prophylaktisch, schonend ohne Risiken und generell nicht im Kostenbereich von Operationen. HM werden mit großem Erfolg prophylaktisch eingesetzt um Diagnosen und Probleme im Frühstadium abzufange.

HM verhindern Folgeerkrankungen, sowie ein schnelles Fortschreiten von z.B.  Kreuzbandschäden, Arthrosen, Durchtrittigkeiten und deren Folgerkrankungen (=Gelenkversteifung, die viel Geld kostet und große Risiken birgt).

Beim Menschen werden Hilfsmittel im Frühstadium einer Diagnose eingesetzt, warum nicht auch beim Tier?

Prophylaxe ist in der Humanmedizin ein sehr großer Bereich für sich und ein ganz normaler Standard, der aus gutem Grund nicht wegzudenken ist. Im Sinne des Patienten handeln, große Schäden im Ansatz zu vermeiden bevor operiert werden muss oder es schlimmer und teurer wird.

 

Sind Orthesen / Schienen eine Alternative zur Operation?

Ja, definitiv! Insbesondere wenn das Tier dem Risiko einer Operation nicht ausgesetzt werden soll, wenn das Tier Begleiterkrankungen hat, inoperabel, zu alt oder zu krank für eine OP ist. Ein Kreuzbandriss oder eine schwere Karpalgelenk-Arthrose ist mit einem HM optimal zu Behandeln. In der Humanmedizin der normaler Standart der unmöglich wegzudenken ist.

Wie ist die Akzeptanz von Hilfsmitteln?

Hervorragend, in der Regel laufen die Tiere sofort mit der Orthese / Prothese. Es kommt nicht selten vor, dass das Tier nach der Einlauf- / Akzeptanzphase, morgens bereits den Lauf zeigt und das Hilfsmittel fordert, es ist eine positive Verknüpfung entstanden.

Sind HM wasserfest und wie haltbar sind solche Hilfmittel?

Hilfsmittel sind extrem robust und wasserfest, eben tiergerecht. In der Regel hält ein HM ein Leben lang – bei entsprechender Pflege. Verschleißteile wie Polster, Sohle und Gurte etc. sind immer wieder erneuerbar.

Kann ein Sanitätshaus in der Nähe Reparaturen machen?

Nein, ich warne davor. Es fehlt dazu die nötige Erfahrung, es werden oft Fehler gemacht und das HM ist kaputt, die Gewährleistung erlischt. Santiätshäusern fehlt die Erfahrung und das Wissen, das benötigt wird um Hilfmittel für Tiere zu fertigen.

Wieso kennen sich nur so wenige mit HM für Tiere aus?

Der Grund ist einfach:
Orthopädietechnik ist in der Veterinärmedizin leider noch immer nicht angekommen, viele halten das für unmöglich.
Im Studium ist das kein Thema, der Fokus liegt auf den Möglichkeiten von Operationen.
Eine Vermeidung von Operationen, mittels orthopädischer Hilfsmittel wird meist nicht in Betracht gezogen.
In der Orthopädietechnik ist das ebenso kein Thema in der Ausbildung, dies zu erlernen geht nur autodidaktisch.
Für Tiermediziner und  Orthopädietechniker ist es somit sehr schwer sich das Wissen zu erarbeiten und praktische Erfahrung zu sammeln, auch weil es keine vorhandene Literatur zu Orthopädietechnik für Tiere gibt. Von daher erfordert es enorm viel Engagement, Zeit und Praxis.

 

Wie hoch sind die Kosten für ein HM?

Die Kosten können sehr unterschiedlich sein, erst nach Begutachtung kann beziffert werden was notwendig ist.

Warum hält mein Tierarzt eigentlich so wenig von Hilfsmitteln?

Zum Beispiel, wenn eine Operation definitiv nicht zu umgehen ist.
In sehr vielen Fällen ist aber eine Orthese / Prothese risikofrei einsetzbar und das mit deutlich mehr Erhalt von Lebensqualität.
Oft fehlt der Wissenshintergrund, die Erfahrung / Kenntnis zu Orthesen und Prothesen und deren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.
In der Veterinärmedizin ist Orthopädietechnik kein Thema, ganz im Gegensatz zur Humanmedizin. Dort ist es untrennbar und hat zusammen die deutlich besseren Lösungen. Dies kann viele Operationen vermeiden!
Man hält generell nichts davon?  Nachfragen, begründen lassen warum.

 

Ist Physiotherapie sinnvoll?

Auf jeden Fall gehört Physiotherapie zum Therapiekreis und ist bei vielen Versorgungen eine unverzichtbare Maßnahme. Wie in der Humanmedizin, es sind die gleichen Krankheiten und Behandlung.

Kann ein gewöhnliches Sanitätshaus Orthesen/Prothesen anfertigen und anpassen?

Ein versierter Techniker sollte analysieren und beraten können. Tierhalter sollten sich darauf verlassen und vertrauen können.
Erfahrung und Wissen zu tierorthopädischen Versorgungen müssen vorhanden sein.
Anhand des Internetauftrittes ist das in der Regel zu erkennen, stellen Sie Fragen zu den gemachten Erfahrungen.
Eine hübsche Seite mit smarten Slogans und einer Affinität zu Tieren reicht da nicht unbedingt.
Nicht selten finde ich Texte von meiner Seite, in nur leicht abgeänderter Form wieder.
Dann ist davon auszugehen, dass eigenes Wissen und Erfahrung begrenzt sind.
Wenig Bilder, Videos, fehlende Erklärungen oder auch gekaufte Bilder sind ein weiteres Indiz.