Die Zeiten haben sich geändert...

nehmen Sie sich dafür einen Moment Zeit.

 

Orthopädietechnik ist in der Humanmedizin seit Jahrzehnten ein selbstverständlicher Bestandteil moderner Therapie. Orthopäden, Orthopädietechniker und Physiotherapeuten arbeiten Hand in Hand, um Operationen zu vermeiden, Heilungsprozesse zu unterstützen und Lebensqualität zu erhalten.

Warum sollte das bei Tieren anders sein?

Tiere leiden an den gleichen orthopädischen Erkrankungen wie Menschen – Erkrankungen der Gelenke, Knochen, Bänder, Sehnen und Nerven. Die biomechanischen Prinzipien sind identisch. Deshalb können individuell angefertigte orthopädische Hilfsmittel auch in der Veterinärmedizin erfolgreich eingesetzt werden.

## Erst versorgen – dann operieren

In der Humanmedizin gilt der Grundsatz: Wenn ein Hilfsmittel eine Operation vermeiden oder hinauszögern kann, wird zunächst konservativ behandelt.

Dieser Ansatz ist auch bei Tieren sinnvoll.

Maßgefertigte Orthesen und Prothesen können:

* Operationen vermeiden oder sinnvoll ergänzen
* Gelenke stabilisieren und entlasten
* Schmerzen reduzieren
* Sehnen und Bänder schützen
* Fehlstellungen korrigieren
* Amputationen verhindern
* Mobilität und Lebensqualität erhalten oder wiederherstellen

Eine Operation bleibt jederzeit möglich. Ein orthopädisches Hilfsmittel dagegen ist reversibel, risikoarm und individuell anpassbar.

## Druckstellen gehören nicht zum Versagen – sondern zur Versorgung

Jedes orthopädische Hilfsmittel muss individuell angepasst werden. Wie bei Gipsverbänden, Schienen oder Prothesen in der Humanmedizin können während der Eingewöhnung Druckstellen entstehen.

Entscheidend ist nicht, **ob** eine Druckstelle auftritt, sondern dass sie früh erkannt und fachgerecht korrigiert wird.

Veränderungen des Körpers, Muskelauf- oder -abbau, Hautempfindlichkeiten oder Grunderkrankungen erfordern regelmäßige Anpassungen. Genau das gehört zur professionellen Orthopädietechnik.

Der entscheidende Unterschied zu langfristigen Verbänden:

Orthesen ermöglichen jederzeit die Kontrolle der Haut, gewährleisten Luftzirkulation und können sofort angepasst oder entfernt werden. Schwere Verbandskomplikationen wie Strangulationen, tiefe Gewebeschäden oder freiliegende Sehnen werden dadurch erheblich reduziert.

## Tierorthopädietechnik ist ein Spezialgebiet

Orthopädietechnik ist bis heute weder Bestandteil des Veterinärstudiums noch der Ausbildung zum Orthopädietechniker.

Entsprechend wenige Fachkräfte verfügen über die notwendige Kombination aus medizinischem Wissen, biomechanischem Verständnis und langjähriger praktischer Erfahrung am Tier.

Kompetente Tierorthopädietechnik entsteht nicht durch Theorie allein, sondern durch viele Jahre praktischer Arbeit und kontinuierliche Weiterentwicklung.

## Im Sinne des Patienten

Mein Ziel war und ist es immer, für jedes Tier die schonendste und sinnvollste Lösung zu finden.

Nicht jede Erkrankung muss operiert werden.

Oft kann ein individuell angefertigtes orthopädisches Hilfsmittel Schmerzen lindern, Funktionen erhalten und Lebensqualität zurückgeben – ohne Operationsrisiko und mit deutlich geringerer Belastung für das Tier.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

**Wenn Sie selbst die Wahl hätten – zwischen einer Gelenkversteifung, einer Amputation oder einem individuell angepassten Hilfsmittel, das Ihre Beweglichkeit erhalten kann – wofür würden Sie sich entscheiden?**

**Dieter Pfaff**
Orthopädietechnikermeister

In der Humanmedizin ist die Orthopädietechnik ein unverzichtbarer Bestandteil des therapeutischen Gesamtkonzepts. Orthopädie und Orthopädietechnik arbeiten dabei eng verzahnt zusammen, während die Physiotherapie den weiterführenden Rehabilitationsprozess begleitet.

Dieser interdisziplinäre Therapiekreislauf ist essenziell, um optimale und zugleich zeitnahe Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Orthopädische Hilfsmittel tragen maßgeblich dazu bei, Heilungsverläufe zu verkürzen und gleichzeitig zu stabilisieren.

Sie unterstützen operative Maßnahmen, können Komplikationen vorbeugen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität – häufig sogar als konservative Alternative zur Operation.

Durch ihre schonende, nicht-invasive Wirkung ermöglichen sie eine effektive Behandlung mit geringerer Belastung für den Patienten.

 

 

 

Orthopädietechnische Hilfsmittel entfalten in der Veterinärmedizin eine ebenso zentrale Wirkung wie in der Humanmedizin.

Sie ermöglichen es, funktionelle Einschränkungen frühzeitig abzufangen und Folgeschäden wirksam vorzubeugen. So können beispielsweise Sehnenverkürzungen infolge von Radialis- oder Brachialisparesen vermieden werden. Auch bei Kreuzbandläsionen, Durchtrittigkeit, Überköten oder Gelenkfehlstellungen lassen sich bereits im Frühstadium schmerzhafte und irreversible arthrotische Entwicklungen verhindern oder deutlich abmildern – häufig ganz ohne operative Eingriffe.

Ein abwartendes Vorgehen bis hin zur Indikation einer operativen Verplattung entspricht aus heutiger Sicht nicht mehr dem Stand moderner Versorgung, insbesondere da orthopädietechnische Alternativen verfügbar sind. Mit zunehmender Verzögerung steigen sowohl das Risiko für Komplikationen als auch der Grad der funktionellen Einschränkung sowie die entstehenden Kosten.

Ein vergleichbares Prinzip gilt auch in der Zahnmedizin: Bereits ein kleines Defizit wird behandelt, bevor ein größerer Schaden entsteht.

In der tiermedizinischen Praxis galt bislang häufig die vollständige Amputation eines Gliedmaßes als Standardlösung, selbst wenn lediglich distale Strukturen betroffen waren.

Durch den Einsatz moderner Prothetik kann diese drastische Maßnahme jedoch oftmals vermieden werden.

In vielen Fällen lassen sich so auch Euthanasien verhindern – insbesondere dann, wenn Alter, Allgemeinzustand oder Narkosefähigkeit operative Eingriffe nicht mehr zulassen oder therapeutische Optionen erschöpft erscheinen.

Orthopädietechnik erweitert hier die klassischen Grenzen der Veterinärmedizin und schafft neue funktionelle Perspektiven.

Der entscheidende Vorteil liegt in der Reversibilität solcher Hilfsmittel: Sie greifen funktionell unterstützend ein, ohne irreversible Gewebsveränderungen zu verursachen.

Jede operative Maßnahme ist ein Risiko und hinterlässt Narben/ Haut u. Gewebeschädigungen.

 

FAQ / Häufige Fragen

Hilfsmittel werden mit HM abgekürzt.

Bitte beachten Sie:

Es besteht eine 4-wöchige kostenfreie (bis auf das Porto) Korrekturzeit! Sollte eine Druck / Scheuerstelle oder ein sonstiges Problem auftreten.

Alle Hilfsmittel sind nach der Anpassung veränderbar und nachzupassen bei Muskelzuwachs, Muskelatrophie, Druck- und Scheuerstellen etc.

Express Reparaturen sind leider nicht möglich, Korrekturen in der Korrekturzeit schon.

Reparaturen an Hilfsmitteln, Korrekturen, Änderungen oder Besohlungen von Orthesen und Prothesen werden von uns zu 95% auf dem Postweg erledigt.

Sofortige Wartungs und Reparaturarbeiten sind leider nicht mehr möglich.

Reparaturen an orthopädischen Hilfsmitteln, z.B. Neubesohlungen, Gurtverschlüsse, Aufpolsterungen etc. sind nicht im Handumdrehen gemacht und erfordern Zeit

Sie können das Hilfsmittel zur Reparatur in unserem Geschäft abgeben oder auf dem Postweg zuschicken. Wir benachrichtigen Sie nach erfolgter Reparatur.

Ein Zweit-Hilfsmittel entspannt die Situation, wenn auf das Hilfsmittel nicht verzichtet werden kann.

Reparaturen können nur nach Vorkasse in Arbeit genommen werden, die zu erwartenden Kosten werden in der Regel zeitnah mitgeteilt.

Wie ist der Ablauf einer Anfertigung, wie oft muss ich kommen?

Terminvereinbarungen sind nur telefonisch möglich.

Ein passgenaues HM erfordert einen Gipsabdruck und eine exakte Anpassung, dazu müssen Sie mit ihrem Tier zu mir kommen.

Sie haben die Wahl:

1. Expressanfertigung und Anpassung binnen 3 Tagen oder 4 Tagen

2. Normaltermin: Fertigung und Anpassung binnen 3 Wochen

 

Sind Orthesen / Schienen eine Alternative zur Operation?

Ja – insbesondere dann, wenn ein Tier aufgrund seines Alters, seines Gesundheitszustands oder bestehender Vorerkrankungen nicht operiert werden kann oder soll.

Auch wenn das Risiko eines operativen Eingriffs von vornherein vermieden werden soll, stellt ein orthopädisches Hilfsmittel häufig eine sinnvolle Alternative dar.

Ein Kreuzbandriss oder eine fortgeschrittene Arthrose des Karpalgelenks können beispielsweise mit einem individuell angefertigten Hilfsmittel (HM) sehr erfolgreich versorgt werden.

In der Humanmedizin gehört diese konservative Behandlung seit Jahrzehnten zum therapeutischen Standard und ist aus der modernen Orthopädie nicht mehr wegzudenken.

Die gleichen biomechanischen Prinzipien gelten auch für Tiere – mit entsprechend guten Behandlungsergebnissen.

 

Wie ist die Akzeptanz von Hilfsmitteln?

Hervorragend, in der Regel laufen die Tiere mit der Orthese / Prothese sofort, dazu finden Sie auf Instagram über 460 Videos, direkt nach der Anpassung,

Es kommt nicht selten vor, dass das Tier morgens bereits den Lauf zeigt und das Hilfsmittel fordert, es ist eine positive Verknüpfung entstanden.

Sind HM wasserfest und wie haltbar sind solche Hilfmittel?

Hilfsmittel sind extrem robust und wasserfest, eben tiergerecht. In der Regel hält ein HM ein Leben lang – bei entsprechender Pflege. Verschleißteile wie Polster, Sohle und Gurte etc. sind immer wieder erneuerbar.

Kann ein Sanitätshaus in der Nähe Reparaturen machen?

Nein, ich warne davor. Es fehlt dazu die nötige Erfahrung, es werden oft Fehler gemacht und das HM ist kaputt, die Gewährleistung erlischt. Santiätshäusern fehlt die Erfahrung und das Wissen, das benötigt wird um Hilfmittel für Tiere zu fertigen.

Warum kennen sich nur wenige mit orthopädischen HIlfsmitteln für Tiere aus?

Die Tierorthopädietechnik ist in der Veterinärmedizin leider noch nicht fest etabliert. Sie ist weder ein wesentlicher Bestandteil des Veterinärstudiums noch des klinischen Alltags. Der therapeutische Fokus liegt überwiegend auf operativen Verfahren.

Dabei können individuell angefertigte orthopädische Hilfsmittel das Behandlungsspektrum erheblich erweitern und in vielen Fällen eine Operation vermeiden, hinauszögern oder sinnvoll ergänzen. In der Humanmedizin ist dieser konservative Therapieansatz seit Jahrzehnten fester Bestandteil der orthopädischen Behandlung und nicht mehr wegzudenken.

Auch in der Ausbildung zum Orthopädietechniker spielt die Tierorthopädietechnik bislang kaum eine Rolle. Spezifisches Fachwissen wird nicht vermittelt und muss über viele Jahre hinweg durch Eigeninitiative, intensive praktische Arbeit und kontinuierliche Weiterbildung erworben werden.

Hinzu kommt, dass es nur sehr wenig Fachliteratur und kaum strukturierte Ausbildungswege gibt. Fundierte Kenntnisse entstehen deshalb vor allem durch langjährige Erfahrung am Patienten. Erfolgreiche Tierorthopädietechnik erfordert neben medizinischem und biomechanischem Verständnis vor allem eines: Zeit, Engagement und sehr viel praktische Erfahrung.

Wie hoch sind die Kosten für ein HM?

Die Kosten können sehr unterschiedlich sein, erst nach Begutachtung kann beziffert werden was notwendig ist und was es kostet.

Warum hält mein Tierarzt wenig von Hilfsmitteln?

Oft fehlt der notwendige Wissenshintergrund sowie praktische Erfahrung im Umgang mit Orthesen und Prothesen und deren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

In der Veterinärmedizin ist die Orthopädietechnik bislang kein fester Bestandteil des Studiums, im Gegensatz zur Humanmedizin, wo sie integraler Bestandteil eines interdisziplinären Behandlungskonzepts ist. Dort arbeiten Medizin und Orthopädietechnik eng zusammen und ermöglichen dadurch häufig funktionell bessere und weniger invasive Therapieergebnisse.

Übertragen auf die Tiermedizin könnten dadurch in vielen Fällen operative Eingriffe vermieden oder zumindest sinnvoll ergänzt werden.

Zahlreiche orthopädische Versorgungen mit Orthesen oder Prothesen sind – ähnlich wie beim Menschen – risikoarm einsetzbar und können entscheidend zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensqualität beitragen.

Wird eine solche Versorgung grundsätzlich abgelehnt, lohnt es sich, die Gründe hierfür zu hinterfragen und fachlich einordnen zu lassen.

 

Ist Physiotherapie sinnvoll?

Auf jeden Fall gehört Physiotherapie zum Therapiekreis und ist bei vielen Versorgungen eine unverzichtbare Maßnahme. Wie in der Humanmedizin, es sind die gleichen Krankheiten und Behandlung.

Kann ein gewöhnliches Sanitätshaus Orthesen/Prothesen anfertigen und anpassen?

Ein versierter Techniker sollte analysieren und beraten können.
Tierhalter sollten sich darauf verlassen und vertrauen können.
Erfahrung und Wissen zu tierorthopädischen Versorgungen müssen vorhanden sein.
Anhand des Internetauftrittes ist das in der Regel zu erkennen, stellen Sie Fragen zu den gemachten Erfahrungen.
Sind aussagekräftige Bilder, Videos vorhanden.
Eine hübsche Seite mit smarten Slogans und einer Affinität zu Tieren reicht da nicht unbedingt.
Nicht selten finde ich Texte von meiner Seite, in nur leicht abgeänderter Form wieder.
Dann ist davon auszugehen, dass das Wissen und Erfahrung begrenzt sind.